Raqs Sharqi (رقص شرقي)

So wird Bauchtanz auf arabisch genannt...

 

 

 

Der Bauchtanz mit seinen urweiblichen Bewegungen ist ein Tanz für Frauen jeder Nationalität. Man muss nicht Araberin oder Türkin sein, um bauchtanzen zu können. Nach Europa kam der orientalische Tanz nicht über Ägypten oder die Türkei, sondern in den 70er Jahren aus Amerika (von dort stammen übrigens auch die teilweise englischen Bezeichnungen für die Tanzschritte).
In Chicago konnte man schon 1893 anlässlich der Weltausstellung die ersten arabischen Tänzerinnen bewundern. Seit dieser Zeit schlängelten sich "orientalische" Künstlerinnen über die Bühnen der amerikanischen Nachtclubs, Cabarets und durch etliche klischeebehaftete Hollywoodfilme. Die Mode der zweiteiligen, bauchfreien Kostüme, die heute von fast allen professionellen Tänzerinnen für Auftritte getragen werden, resultieren aus diesen Filmen. Nie wäre es einer Araberin zuvor in den Sinn gekommen, bauchfrei zu tanzen.

Als Tanzaccessoires werden feine Schleier, Säbel und Kerzentabletts eingesetzt. Tänze mit solchen Elementen werden zum Teil als Fantasy bezeichnet, da viele Accessoires von amerikanischen und europäischen Tänzerinnen des 19. Jahrhunderts in den exotischen Tanz eingeführt wurde und nur sehr entfernt mit den ursprünglichen Tänzen des Orients verwandt sind. Auch die typischen Schleiertänze oder Tänze von Schleiertanz-Gruppen sind kein klassisch orientalischer Tanz. Mit dem Schleier wird nur in der Sparte Fantasy durchgehend getanzt. Auch bei den orientalischen Tänzen der westlichen Welt (z. B. American Belly Dance) trägt man andere Kleidung als bei der „klassischen Show“.